Der Geschenke-Guide für Reisefans – Über 40 kreative Ideen

Lesezeit: 23 Minuten

Der Geschenke-Verweigerer

Abkürzung
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Manche Freunde sind leider sehr kompliziert, was Geschenke angeht. Egal ob ein minimalistisch Reisender, der gefühlt nur zwei Kilo Gepäck hat und für den alles weitere Ballast wäre, oder schlicht jemand, der überhaupt keine Geschenke haben möchte… Was tun? Schließlich möchte man den Freunden eine Freude machen. Vielleicht hilft dir einer dieser Tipps dabei:

  1. Eine Spende

Auf den ersten Blick ist es vielleicht ein unerwarteter Tipp, im Namen des Beschenkten zu spenden. Wenn deine Freunde aber kein materielles Geschenk möchten, dann kannst du ja stattdessen ein Projekt unterstützen, das sie gut finden. Hier eine kleine Auswahl:

Lieben dein Freunde beispielsweise Tiere und setzen sich für Artenschutz ein? Viele Zoos bieten Patenschaften an, bei denen man symbolisch die Futterkosten für ein Tier übernimmt. Mach deine Freunde zu Paten eines Erdmännchens (ca. 50€ im Jahr) oder einer Schildkröte (ca. 150€). Für eine Elefantenpatenschaft müsstest du allerdings ca. 5.000€ hinblättern. Dass die grauen Riesen tatsächlich unglaublich viel verputzen, habe ich in Thailand bei meinem Tag mit den Elefanten selbst erlebt.

Wegen meiner weiten Reisen habe ich oft ein schlechtes Gewissen und finde deshalb die Initiative sehr gut, für meine Flüge wenigstens einen CO₂-Ausgleich zu machen. Das geht zum Beispiel über Atmosfair. Der freiwillige Klimaschutzbeitrag hängt von den Emissionen der Flüge ab und wird dazu verwendet, erneuerbare Energien in Ländern auszubauen, wo es diese noch kaum gibt. Damit spart Atmosfair CO₂ ein, das sonst in diesen Ländern durch fossile Energien entstanden wäre.

Du kannst über Treedom auch die Patenschaft für einen Baum verschenken. Er wird von Kleinbauern gepflanzt und du entscheidest nicht nur einmalig das Land und die Baumart, sondern kannst die Entwicklung über Jahre  mitverfolgen. Ich bin selber stolze Patin einiger Bäume und finde dieses Angebot wirklich toll!

In Kambodscha sind mir gleich zwei tolle Projekte begegnet. Der Kambodschaner Soth Kemsour hat vor über 10 Jahren in Siem Reap die kambodschanische Non-Profit-Organisation Sunrise New Hope gegründet. Kemsour wollte das ärmliche Viertel Mondul Bai unterstützen und dafür nicht auf ausländische Hilfe warten. Seit der Gründung hat er unter anderem eine dreistöckige Schule und eine medizinische Praxis gebaut. Fast 800 Schülerinnen und Schüler werden kostenlos unterrichtet und außerdem in Computer- und Nähkursen ausgebildet. Damit alle den teilweise sehr weiten Schulweg zurücklegen können, werden Fahrräder verteilt und in einer eigenen Fahrradwerkstatt repariert. Nach dem Schulabschluss besteht die Möglichkeit, sich nebenan im Khmer Training Restaurant ausbilden zu lassen. Die Organisation leistet außerdem kostenlose medizinische Hilfe für ca. 1000 Kambodschaner im Monat.

Noch eine Stufe größer ist die medizinische Versorgung in Kambodscha dank des Schweizer Arztes Dr. Beat Richner. Er übernahm 1991 die Leitung und den Wiederaufbau eines zerstörten Kinderhospizes. Es folgte der Bau von vier weiteren Krankenhäusern in Phnom Penh und Siem Reap. Die Kinder werden völlig kostenlos behandelt – sei es ein kurzer „Hausarztbesuch“, Medizin, eine komplizierte Operation, ein Krankenhausaufenthalt oder auch Geburten und die Versorgung von Schwangeren.

Soll die Spende nicht nur für ein Land, sondern globaler sein? Keine andere als J.K.Rowling hat mit Lumos eine Organisation gegründet, die ich absolut unterstützenswert finde. Weltweit leben etwa 8 Millionen Kinder in Kinderheimen, weil sie arm sind oder wegen einer Behinderung/ ethnischen Zugehörigkeit diskriminiert werden. 90% dieser Kinder sind keine Waisen, aber die Familien leben in ärmlichen Verhältnissen und können sie nicht ernähren. Lumos arbeitet mit Regierungen, Experten, Betreuern, Dorfgemeinden, Familien und Kindern zusammen, um dieses System zu verändern, das Familien auseinander reißt. Anstatt die Kinder in Heime geben zu müssen, damit sie eine Zukunft haben, sollen die Familien direkt unterstützt werden. Hier kannst du dir ein Video mit weiteren Infos ansehen.

  1. Skills schenken

Das waren bisher alles tolle Projekte. Deine Freunde spenden aber sowieso schon? Dann verschenke Skills wie zum Beispiel einen Fotokurs.

Besonders gut vor einer langen Reise ist außerdem ein Krav Maga Kurs. Krav Maga ist das Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem der israelischen Armee und hat weite Verbreitung bei Militär, Polizei- und Justizbehörden anderer Staaten gefunden. Die einfachen Techniken beruhen auf Reflexen und funktionieren dadurch auch in Stresssituationen. Eigentlich ein unbezahlbares Geschenk, wenn man damit die Nerven der Eltern vor einer Weltreise beruhigen kann!

  1. Das Zeit-Geschenk

Wenn du knapp bei Kasse bist, dann kannst du stattdessen auch einfach Zeit schenken. Ja, ich weiß, du denkst jetzt wahrscheinlich an ein Grundschulkind, das noch schnell zum Muttertag einen Gutschein zum Kuscheln und Zimmer aufräumen malt. Es gibt allerdings auch eine Erwachsenenversion davon, die deine Freunde wertschätzen werden.

Stell zum Beispiel ein nostalgisches Reise-Essen zusammen. Das kann entweder etwas typisch deutsches sein, dass unterwegs auf gar keinen Fall zu finden sein wird oder Etwas, das schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf eins der Reiseländer sein soll. Auf jeden Fall verschenkst du eine durchdachte Aufmerksamkeit, die zeigt, dass du dich für deine Freunde freust, auch wenn du nicht mitreist.

Wenn du selber schon sehr viel gereist bist, dann kannst du auch deinen Rat und Tipps anbieten. Bei der ersten Solo-Reise sind viele nervös und Geschichten über häufige Touristen-Scams, die man beachten sollte, oder skurrile Reiseerlebnisse kann wirklich jeder gebrauchen. Dräng deinen Rat aber bitte nicht auf, sondern erzähl mit einem Augenzwinkern. Schließlich hast du sehr wahrscheinlich noch nicht alle Länder dieser Welt bereist (wenn doch, erzähl mir unbedingt in den Kommentaren davon!) und kannst nicht alles wissen oder pauschal beurteilen.

Auch eine schöne Geste ist coole Reisemusik. Während der Reisevorbereitung wird dieser Punkt oft vergessen, weil alles andere wichtiger erscheint. Aber du als guter Freund hast dran gedacht und eine chillige Roadtrip-Playlist erstellt, die du zum Beispiel über einen Link (WeTransfer.com ist sehr praktisch) zum Download verschickst. Besonders schön ist neue Musik aus anderen Ländern, die dir bisher auf deinen eigenen Reisen begegnet ist. In Kroatien habe ich zum Beispiel die Musik von Bombino kennengelernt, der die Klänge der Tuareg mit Elementen der Rockmusik und des Blues vermischt. Zu Music from the coffee lands kann ich außerdem wunderbar entspannen.

Wie am Anfang des Artikels erwähnt, habe ich selber angefangen, eine Playlist zu erstellen, die du auf Soundcloud hören kannst. Wenn dir spontan coole Songs einfallen, dann bitte rein damit in die Kommentare!

So, das waren sie, meine Geschenk-Ideen für Reisefans. Ich hoffe, es war ein bisschen Inspiration für dich dabei.

Hast du auch besondere Geschenkideen für Reisefans? Ich bin neugierig, zeig mal her!

 

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7 Kommentare

  1. Pingback:Reiseutensilien Geschenk – Bogel Moster

  2. Danke für deinen Tipp ! Ich mag deine Beiträge sehr !! :)

  3. Vielen Dank für den Tipp :)

  4. Ein richtig guter online-Fotokurs ist der von “22places”. Die Investition lohnt sich.
    Festes Haarshampoo oder feste Duschseife ist auch super.
    Zusätzlich zur Powerbank für unterwegs hab ich auch eine Steckdosenleiste inkl. USB-Anschlüssen, ist sehr praktisch bei wenigen Steckdosen in der Unterkunft.
    Liebe Grüsse…
    Cathleen

    • Liebe Cathleen,
      vielen Dank für deine super Tipps! Über den Fotokurs bin ich online schon gestolpert, habe ihn aber bisher noch nicht ausprobiert.
      Bei festem Haarshampoo war ich bisher immer etwas skeptisch, weil meine Haare sehr eigen sind. Meinst du das von Lush oder kannst du mir ein anderes empfehlen?
      Liebe Grüße,
      Lisa

      • Hi Lisa,
        meine Haare sind auch sehr speziell was die Pflege betrifft. Zur Zeit nehme ich “Karma Komba” von lush, das finde ich ziemlich gut. Fester Haarconditioner ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, da brauchte ich ‘ne Weile um mich dran zu gewöhnen, funktioniert aber auch.
        In sehr feuchtwarmem Klima können die Shampoo-Bars von lush vielleicht etwas “matschig” werden, das werde ich dieses Jahr noch testen.
        Letztes Jahr hatte ich festes Shampoo von “Sauberkunst” mit, ich glaube da ist die Konsistenz etwas fester, da gibt es auch kleine Größen zum probieren, da war mir “Kokosmakrone” am liebsten.
        Mach den Fotokurs… :-) Du kannst da jederzeit darauf zugreifen und dir somit die Zeit zum Lernen frei einteilen und immer nochmal nachlesen. Aber es macht wirklich Spaß und gibt dann tolle Fotos!
        Liebe Grüsse,
        Cathleen

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