Cape Reinga – Neuseelands Treppe zur Unterwelt

Lesezeit: 5 Minuten

Ein Tag an Neuseelands Nordkap


Am zweiten Tag in Paihia mache ich einen Tagesausflug zum nordwestlichsten Ort Neuseelands: Cape Reinga. Ich werde um 7 Uhr morgens von einem Bus mit lauter Backpackern eingesammelt und als erstes geht es zum 15.000 Hektar großen Puketi Kauri Forest. Dort schlendern wir auf einem Bolenweg (der extra für einen fünfminütigen Besuch der Queen gebaut wurde) durch den 2000 Jahre alten Kauri-Wald.

Da ich schon im Muir Woods National Park und im Yosemite National Park war, beeindrucken mich die Bäume nicht ganz so sehr, aber es ist nett, etwas frische Luft tanken und diese für Neuseeland einzigartigen Bäume sehen zu können.

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Die Fahrt geht vorbei an Kerikeri, einem für Neuseeland historischen Ort, denn hier wurden 1819 die ersten Obstbäume und Weinranken Neuseelands gepflanzt. Nach einem kurzen Frühstücksstopp fahren wir den Ninety Mile Beach entlang. Der Strandabschnitt ist ein registrierter Highway und wir rasen cruisen wie auf einer Autobahn über den Sand.

IMG_1578-001IMG_1569-001IMG_1598-001Das Sandboarding

IMG_1604Der nächste Stopp ist an den 120 Meter hohen Sanddünen am Te Paki Stream. Hier werden wir in die Geheimnisse des Sandboardings eingeweiht und heizen mit 50-70 kmh die Düne runter.

Der Busfahrer hat den besten Arbeitsplatz: Er fährt bei entspannter Musik einen Haufen junger Reisender durch die Gegend und wird dafür bezahlt, mit einem Board die Dünen runterzusausen!
IMG_1605IMG_1610Sandboarding macht wirklich Spaß, doch es gibt ein Problem: Man muss immer wieder diese verdammt Düne hochkraxeln!

Wo ist denn hier die Bremse? Na ja, wofür hat man Beine! Und falls man nicht rechtzeitig stoppt, bekommt man halt am Fuße der Düne im Te Paki Stream eine kalte Dusche.

Wo ist denn hier die Bremse? Na ja, wofür hat man Beine! Und falls man nicht rechtzeitig stoppt, bekommt man halt am Fuße der Düne im Te Paki Stream eine kalte Dusche.

Als schließlich wirklich alle erschöpft sind, fahren wir zur Tapataputa Bay und machen eine Lunchpause. Um den ganzen Sand wieder loszuwerden gehe ich bei den grandiosesten Wellen eine Runde schwimmen. Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so warm sein würde, denn eigentlich hat in Neuseeland der Herbst begonnen.

Cape Reinga

IMG_1668-001Nach dieser erfrischenden Pause fahren wir zum nordwestlichsten Zipfel Neuseelands: Cape Reinga.

Dieses Küstenstück ist aus mehreren Gründen wirklich besonders. Zum einen hat das Kap eine wichtige Bedeutung für die Maori. Von hier aus starten die Seelen der Toten den langen Pilgerweg zurück nach Hawaiki. Cape Reinga ist quasi der „Absprungplatz der Geister“ und die Wurzeln des uralten Kahika Baums names Te Aroha bilden eine Treppe hinab in diese Heimat in der Unterwelt.

Zum anderen ist das Kap einzigartig, da hier der Pazifische Ozean und die Tasmanische See aufeinanderprallen.

IMG_1654-001Ich sitze eine Weile an der Steilküste – 290 Meter über dem Meer – und lausche den Wellen, die mit den Felsen streiten. Die Sekunden fließen langsam von meinen Fingerspitzen und ich spüre wie meine Gedanken vor sich hintreiben.

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Da Cape Reinga ein heiliger Ort ist, darf man hier nichts essen oder trinken und es liegt eine angenehme, fast meditative, Stille über dem Ort. Sogar auf Tiere scheint die Küste eine magische Anziehungskraft zu haben, denn regelmäßig werden Wale gesichtet, die sich an den nahegelegenen Felsen den Rücken reiben. Na ja, vielleicht wollen sie sich auch einfach nur von den juckenden Muscheln und Tieren befreien.

IMG_1665-001Wohin als nächstes? Die Möglichkeiten scheinen unendlich zu sein, doch ich mache mich lieber wieder auf den „Heimweg“ nach Paihia.

Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp beim Ancient Kauri Kingdom, wo man die wahrscheinlich teuersten Holzmöbel der Welt kaufen kann. Es ist in Neuseeland verboten, Kauri-Bäume zu fällen, weshalb sie mühsam aus dem Moor ausgegraben werden. Diese Treppe aus einem Baumstumpf ist nicht nur beeindruckend, sondern auch unbezahlbar!

IMG_1670-001Wir nutzen schließlich einen letzten Halt, um uns mit frischen Fish’n’Chips zu versorgen, bevor ich in Paihia wieder am Strand entlang zum Hostel schlendere. Was für ein schöner Tag! Und falls die Seelen der Maoris wirklich bis zum Cape Reinga pilgern, dann hätten sie sich definitiv keine schönere Strecke und keine wundervollere Landschaft dafür aussuchen können!

An welchem „mystischen Ort“ warst du schon einmal?

 

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3 Kommentare

  1. Doris Brinkmann

    Wunderschön und diese Bäume sind etwas Besonderes! Das hat was!:-)

  2. Lisa, das sieht ja traumhaft aus!! Kerikeri, kikeriekikerie… ;-)
    Das Sandsurfen war bestimmt großartig! Cih senhne mich gerade sehr danach, auch einfach auf einem Felsen in der Sonne zu sitzen und den Wellen zuzuhören…
    Ich wünsche dir ein gute und sichere Heimreise!!Bitte bis ganz, ganz bald ! :-)
    Lieben Gruß,
    Inga

    • Hahaha, das habe ich bei dem Namen auch gedacht!
      Ja, das war genial. Allerdings kann man sich das wie Skifahren ohne Lift vorstellen – auf Dauer etwas anstrengend! Die Düne war einfach zu hoch ;)
      Dankeschön, es ist noch ganz unwirklich, dass ich wieder Zuhause bin. Allerdings kann ich durch die ganzen nächsten Blogposts noch etwas in Reiserinnerungen schwelgen :D

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